10 Profi-Tipps: So schaden Sie jedem Textprojekt

Word Blut

[Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten, 27 Sekunden]

Sie sind als Auftraggeber, Texter, Lektor oder Korrektor Teil eines Textprojektes? Oder Sie gehören zu denen, die sich zwar fachlich und redaktionell nicht im Detail auskennen (müssen), aber hierarchiebedingt immer mal wieder einen Text freigeben dürfen? Ganz gleich, welche Rolle Sie einnehmen – einem Textprojekt zu schaden, ist nicht schwierig. So geht’s.

  1. Erst schreiben, dann denken: Machen Sie sich keine Gedanken, was Sie mit Ihrem Text eigentlich sagen wollen, der Texter wird ganz nebenbei auch das Konzept und Ihr Ziel erarbeiten.
  2. Den Wichtigsten zuerst: Lassen Sie den Text erst von Ihrem Chef freigeben, geben Sie ihn danach für die Überarbeitung an den Redakteur/Lektor.
  3. Ist ja nichts in Stein gemeißelt: Schicken Sie den Text an die Grafik, auch wenn er noch lange nicht final ist.
  4. Den Überblick behalten: Benennen Sie Ihre Texte mit „text.docx“, „entwurf.docx“, „flyer.docx“ oder „unbenannt1.docx“.
  5. Modern denken: Benutzen Sie um Gottes Willen keine Korrekturzeichen, total altbacken. Übermitteln Sie Ihre Korrekturen – voll social! – per Whatsapp.
  6. Lassen Sie sich nichts einreden: Vergessen Sie das Versionengelaber. Ist doch nicht so tragisch, wenn eine nicht freigegebene Arbeitsfassung gedruckt wird oder online geht.
  7. Gut Ding will Weile haben: Warten Sie mit der Freigabe bis nach Redaktionsschluss. Dann geben Sie in aller Ruhe Ihre Änderungen durch.
  8. Einfach machen: Ändern Sie auch nach dem Lektorat zwischen Tür und Angel noch „mal eben“ etwas.
  9. In English, please: Schicken Sie dem Texter Ihren Entwurf und gleich auch dessen Übersetzung. Was von Ihnen kommt, ist ja schließlich der finale Entwurf!
  10. Drübergucken reicht: Verzichten Sie auf professionelles Korrekturlesen. Der Nachbar kann auch mal ein Auge draufwerfen.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, wird

  • das Projekt länger dauern als notwendig,
  • das Projekt ineffizient laufen,
  • das Projekt für die anderen Beteiligten ziemlich aufreibend werden,
  • der Text fehlerhaft sein,
  • der Text unverständlich oder generell inhaltlich enttäuschend sein,
  • der Text sein Ziel verfehlen, oder,

und das mögen besonders die Budgetverantwortlichen unter Ihnen, wird

  • das Projekt unnötige Kosten verursachen.

Wenn Sie das alles nicht wollen, dann machen Sie das, was Sie beeinflussen können, anders. Ansonsten ist schnell Schluss mit lustig. Ich wünsche viel Erfolg!

Grafik: Volker Lahr

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