Linke Links

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Bei so manchen Internetadressen ahne ich schon vor dem Öffnen der Seite, was mich erwartet: „Herzlich willkommen“ mit großem W, eine „Bildergalerie“ mit zwei L und eher sparsam eingesetzte Kommas. Solange ich an den Inhalten sehe, dass sich jemand Gedanken um seine Nutzer gemacht hat, stört mich das alles nicht weiter. Anders gesagt: Wenn mit der Lektüre kein Auftrag verbunden ist, interessiert mich die Sache selbst – und nicht, wie sie geschrieben wird. Die fehlende Datenschutzerklärung vermisse ich übrigens auch nicht. Und Kontaktformulare lasse ich schon seit Jahren unbeachtet, da dort sowieso niemand antwortet (außer vielleicht Kollege 404).

Wenn ich im WWW allerdings hinterhältig in die Irre geführt werde, sieht es schon anders aus. Da kann ich gar nicht drauf – trotz Internetflat. Bekanntlich werden – wie der Name schon sagt – mit Links Inhalte innerhalb der Seite verbunden oder verschiedene Websites. Das Zweite ist eine besonders schöne Sache, denn dort, wo die eine Seite aufhört, fängt die andere an – das ergänzt sich prima. Nur das richtige Benennen von Links fällt dem Online-Redakteur (oder war es vielleicht ein Programmierer?) oft schwer.

Kinder, es hat doch heute keiner mehr Zeit. Euer Text wird sowieso nicht gelesen, er wird vielleicht überflogen und dabei erfasst der eilende Leser gerade noch Headline, Zwischenheadlines und Bilder. Wer keine Zeit hat, liest nicht, er scannt. Und dabei will er auch zügig wissen, wohin es geht, wenn er auf einen Link klickt. Ach, da steht es ja: Nach „hier“ – alles klar, danke für die Info. Da wollte ich immer schon einmal hin. Ich halte es dann mit einem Befehl, den ich kürzlich in einem Webshop gelesen habe: „Warenkorb speichern und übergeben“. Das wollen wir alle nicht, darum hier ein paar Tricks für gute Links.

Sagen Sie dem Nutzer in der Verlinkung,

  • was ihn nach dem Klicken erwartet,
  • wohin er geleitet wird und
  • das Dateiformat, sofern das Ziel keine Website ist.

Externe Links

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Besser: Weitere Informationen über Mautgebühren finden Sie hier.
Noch besser: Auf der ADAC-Website finden Sie weitere Informationen über Mautgebühren.
(Bei dieser möglichen Verlinkung landet der User auf der ADAC-Website, nicht aber bei den Maut-Informationen: Auf der ADAC-Website finden Sie weitere Informationen über Mautgebühren.)

Interne Links

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Fazit: Ein guter Link braucht mehr als den richtigen HTML-Befehl. Wer Links setzt, sollte nicht nur an den Code denken, sondern auch an seine User. Ein Texter, der seinen Job ernst nimmt, erläutert dem Kunden (oder dem Programmierer) daher genau, was er wo und wie verlinken soll. Alles andere wäre echt link.

Illustration: Volker Lahr

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